Geschichte Kirche

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Kirchengeschichte

 Von Johannes Küllig (aus der 950 Jahr Dorfchronik )

 Das neue Kirchengebäude von 1885

 Baugeschichte und Beschreibung

Zum Neubau des Kirchenschiffs fasste der Kirchenvorstand am 5. Mai 1884 unter Vorsitz von Pastor Strauß und seinen Mitgliedern Ch. Behrens, C. Burgdorf, C. Grobe und H. Staats den einstimmigen Beschluss, "den Neubau der Kirche im nächsten Jahr vorzunehmen, denselben aber bereits in diesem Jahr vorzubereiten." Schon in der Sitzung vom 14. Juli 1884 wurde beschlossen, den Baumeister (Architekt) Isermeyer aus Bremen zur Abgabe von Bauplänen und einer Kostenermittlung aufzufordern, wobei die Pläne der von ihm gebauten Kirche in Groß Oesingen zugrundegelegt werden sollten, die sich der Kirchenvorstand am 16.6. 1884 angesehen hatte.3 Nachdem das Konsistorium in Hannover am 10.4.1885 den Plänen zugestimmt hatte, erhielt Isermeyer auch den Auftrag. Er hatte für den Kirchenbau Gesamtkosten von 25.900 Mark errechnet, die er zum Schluss auch tatsächlich erhielt, wie die Quittung vom 1.1.1886 belegt. Nachdem am Sonntag, dem 3. Mai 1885, in der alten Kirche der letzte Gottesdienst gehalten worden war, wurde das Gebäude in den folgenden Wochen abgerissen. Die Gottesdienste, Taufen und Trauungen fanden während der Bauzeit bis zur Einweihung der Kirche im Dezember 1885 in der Schule nebenan statt.

Die Grundsteinlegung für den Neubau, der an den von der Vorgängerkirche übernommenen romanischen Westturm angebaut wurde, war am 24. Juni 1885 um 11Uhr unter großer Beteiligung der Gemeindeglieder. Fritz Felgentreff (geb.5.3.1870) war als einziger Dungelbecker beim Kirchenbau als "arbeiter dabei gewesen bis Ende". Er hat in seiner Familienbibel vermerkt: "Unsere Kirche wurde gebaut im Jahre 1885. Der Grundstein ist gelegt in der Wand hinter dem Altar oberhalb der Erde, es sind verschiedene Münzen in einem verschlossenem Glase darein gelegt, der Grundstein war derselbe von der alten Kirche".4 Folgende Handwerker waren am Bau beteiligt: Maurermeister C. Köpke (Peine), Maurermeister H. Hantelmann (Woltorf), Zimmermeister Möhring (Schmedenstedt), Dachdeckermeister Hermann Haarstick (Peine) und Malermeister Ziethen (Peine). Die Bauarbeiten leitete Bauführer Dornedde, der während der Bauzeit auf dem Hof von Gustav Weber (Schmedenstedter Str. 37) in Kost und Logis war. Während der Bauzeit hat es glücklicherweise keinen Unfall gegeben, wie Fritz Felgentreff notierte. Die Einweihung der Kirche fand bereits am 3. Advent, dem 13. Dezember 1885, statt. Die neugotische Backsteinkirche ist ca. 25 m lang und ca. 10 m breit. Mit ihrem bis zum Turmhelm hinaufragenden Ziegeldach, das anfangs mit schwarz geteerten Pfannen gedeckt war, lässt sie den Kirchturm eher gedrungen aussehen. Die Außenwände schließen zum Dach hin mit einem hübschen, ringsum laufenden Zierband (außer Turmseite) ab. Nach Süden hin ist die Sakristei angebaut mit einer Tür zum Kirchenschiff und der Kanzeltreppe. Im Innern fällt die hölzerne Konstruktion des weit in den Dachstuhl hineingebauten Gewölbes auf. Die Wände waren anfangs mit grau-grüner Kalkfarbe gestrichen mit Friesen und Eckverzierungen.1 Der Fußboden war in den Gängen und im Chorraum mit geschliffenen "Sollinger Legesteinen" bedeckt, unter dem Gestühl war der Fußboden aus Holzbrettern. An jeder Kirchenwand sind 4 Fenster vorhanden und im Chorraum drei, alle elf Fenster mit gotischem Spitzbogen. Die 8 Fenster im Kirchenschiff waren ursprünglich "mit grünlichem Glase" (so Isermeyer) verglast, die drei Fenster im Altarraum "mit buntem Glase" (Diaphony). Es handelte sich um figürliche Darstellungen der vier Evangelisten, die schon 1952 nicht mehr vollständig vorhanden waren.2 Die 1952 vorgesehene Wiederherstellung der Fenster wurde nicht durchgeführt. Dagegen wurde das hinter dem Altar befindliche Chorfenster bei der Renovierung 1958 zugesetzt. 1974 wurde das mittlere Chorfenster wieder geöffnet und alle elf Fenster mit hellem Kathedralglas versehen. 1998 wurden im Chorraum zunächst drei Buntglasfenster mit den Themen Weihnachten, Ostern und Pfingsten durch die Firma Wilhelm Derix (Taunusstein) eingebaut, deren Entwürfe von dem Maler und Bildhauer Helge Michael Breig (Hannover) stammen.3 Zum Erntedankfest 1999 konnten auch die beiden restlichen Chorfenster mit Bildern zu Taufe (links) und Abendmahl (rechts) in der Rosette geliefert werden.4 Wegen der schnellen Bauausführung trocknete der Neubau 1885 nicht richtig aus. So führte die erhebliche Feuchtigkeit im Kirchenraum anfangs dazu, dass sich das Holz bei Türen und Bänken verzog, auch befürchtete man Schäden an der neuen Orgel. Das Problem regulierte sich zum Glück. Elektrischen Strom gibt es in der Kirche seit 1918.

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