Neue pflegeleichte Rasengräber

Wer in den letzten Wochen auf dem Friedhof war, konnte feststellen, dass im südlichen Teil, nahe der rechten Eingangspforte, Veränderungen stattgefunden haben. Dort entsteht ein neues Gräberfeld für pflegeleichte Rasengräber. Denn das bisherige Feld, östlich der Kapelle, das 1995 eröffnet wurde, wird voraussichtlich Ende dieses Jahres vollständig belegt sein.

01Das bisherige pflegeleichte Gräberfeld, war ein erster Versuch, auf die veränderten Bedürfnisse im Hinblick auf Bestattungskultur einzugehen. Im Nachhinein zeigte sich, dass die damals gewählte Form einige Schwachstellen aufweist. Zum einen versinken die in der Erde liegenden Grabsteine immer wieder im Boden und müssen mühsam und kostenaufwendig wieder angehoben werden. Oft bietet sich dabei kein schönes Bild. Zum anderen ist es Angehörigen laut Friedhofsordnung bisher nicht gestattet, an der Grabstelle selbst Blumenschmuck oder andere Beigaben abzustellen. Denn ein ungestörtes Rasenmähen ist nicht möglich, wenn sich auf den Grabstellen Blumenschalen befinden. Zwar hat es sich doch eingebürgert, dass auf den Grabstellen Blumenschmuck abgelegt wird und der Kirchenvorstand drückt in dieser Hinsicht großzügig beide Augen zu. Für unseren Friedhofsgärtner Martin Lauschke ist damit aber ein enormer zeitlicher Aufwand verbunden. Jedes Mal, wenn er den Rasen bei den pflegeleichten Gräbern mähen will, musste er erst die Grabbeigaben entfernen und dann wieder hinstellen. Da er aber nur 6 Wochenstunden Arbeitszeit auf dem Friedhof hat, könne dadurch manche anderen anfallenden Aufgaben nicht erledigt werden.

  Aufgrund dieser Erfahrungen hat der Kirchenvorstand beschlossen, das neue pflegeleichte Gräberfeld in veränderter Weise zu gestalten. Es gibt nun einen schmalen Streifen am Kopfende der Gräber, der mit einem immergrünen Bodendecker bepflanzt ist. In diesen Streifen werden aufrecht stehende 50 cm hohe Granitstelen als Grabsteine eingelassen. Wer ein pflegeleichtes Rasengrab kauft, erwirbt damit inklusive solch eine Granitstele. Die Nutzungsberechtigten müssen nur noch dafür Sorge tragen, dass eine Metallplatte mit dem Namen des Verstorbenen auf der Stele angebracht wird. Vor jeder Stelle befindet sich außerdem eine Steinplatte auf die Blumenschalen oder andere Grabbeigaben abgestellt werden können. Die Gräber selbst werden rechtwinklig vor dem bepflanzten Grünstreifen angelegt. Sie sind, wie bisher auch, ausschließlich mit Rasen bedeckt.

Die Nutzungsberechtigten müssen sich auch bei dieser neuen Form des pflegeleichten Rasengrabes nicht um die Pflege der Grabstelle kümmern. Der Rasen wird weiterhin von Martin Lauschke gemäht, die Pflege des bepflanzten Streifens übernimmt zweimal jährlich eine Gartenbaufirma. Die Kosten trägt der Friedhof, das heißt also unsere Kirchengemeinde.

Das hört sich gut an, haben viele gesagt, mit denen wir in den letzten Wochen über die neue Gräberform gesprochen haben. Als Kirchenvorstand sind wir davon überzeugt, dass mit dieser Form mehr als bisher dem Bedürfnis nach einer würdig gestalteten Grabstätte Rechnung getragen werden kann. Allerdings: Das hat auch seinen Preis. Denn der Grünstreifen am Kopfende der Gräber muss gepflegt werden, pro Grabstelle für 30 Jahre Ruhezeit. Und die Granitstelen werden, um der einheitlichen Gestaltung willen, auch von der Kirchengemeinde gestellt. Daher wird sich der Preis für ein pflegeleichtes Rasengrab von bisher 1500 € auf voraussichtlich 2500 € erhöhen. Das mag zunächst hoch erscheinen. Aber zum Vergleich: Die Grabsteine, die bisher von den Nutzungsberechtigten zusätzlich selbst angeschafft werden mussten, lagen im Preis bei ca. 500 € so dass die Gesamtkosten auch schon bei etwa 2000 € lagen. Nimmt man die verbleibenden 500 € und teilt sie auf die 30 Jahre Ruhezeit auf, dann verbleiben dem Friedhof pro Jahr und Grabstelle weniger als 17 € für die Pflege des Grünstreifens.

Sicher werden bei dem neuen Gräberfeld auch wieder Nachteile auftreten, die bisher noch nicht absehbar sind. Das ist aber bei jedem Neuversuch der Fall. Wenn das neue Feld in 25 Jahren vollständig belegt ist, wird ein neuer Kirchenvorstand vor dem Hintergrund gesammelter Erfahrungen wieder neue Ideen entwickeln können.

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